Aktuelle Strickprojekte | {Auf den Nadeln | August}

Schwups, schon wieder ein Monat rum. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber bei mir bleibt im Augenblick nicht allzuviel Zeit zum Stricken. Ich hatte natürlich beide aktuellen Projekte mit auf Amrum und ich bin auch ein ordentliches Stück voran gekommen, aber fertig sind sie noch nicht.

Schulterpartie stricken

Das ist zum einen das Pulli-Kleid von Rililie aus Ihrem E-Book “Shaken, not stirred!”. Immerhin habe ich das Bündchen endlich fertig und bei Gelegenheit fotografiere ich es für euch mal im Detail, das ist nämlich echt raffiniert und sieht super aus! Der erste Ärmel ist beinahe fertig. Die Schulterpartie (nahtlos) mithilfe von “german short rows” geformt. Jetzt hab ich sicher die Hälfte von euch hier abgehängt, german-what?? Bei Rililie gibt es gerade ein neues Tutorial zu den german short rows. Sie macht wirklich tolle Tutorials, Schritt für Schritt fotografiert, schaut mal rüber! Im Grunde geht es dabei darum, die Rundung über die Schulter von oben nach unten zu formen. Dazu werden die Runden für den Ärmel auf den Nadeln über eine gewisse Anzahl Reihen nicht komplett rund gestrickt, sondern eben nur verkürzt, d.h. ein Teil der Runde wird hin- und hergeschickt, so dass für die Schulter eine Beule entsteht.

Foto2_web

Das ist hier der Schal-to-be, der im August *ohschreckdenhabenwirjaschondenaugust* ein Geschenk werden soll. Kuschlig weich aus Cashmere-Wolle-Seide, nämlich Superior von Filatura di Crosa. Ich habe gerade noch nachgeordert, denn mein Vorrat reichte nicht aus. Ich werde immer mal wieder gefragt, wo ich meine Wolle beziehe. Im Augenblick möchte ich hier keine einzelnen Shops verlinken, ich bestelle bei unterschiedlichen Quellen. Ich google einfach, wo ich das entsprechende Garn finde und schaue dann wer die gewünschten Farben in ausreichender Menge auf Lager hat.

Foto1_webDas hier ist mein ich-will-nicht-nachdenken-sondern-nur-geradeaus-stricken-Projekt. So eins sollte man immer parat haben, für unterwegs und zwischendurch. Für manch einen mag es das Paar Socken sein, für mich ist es im Augenblick dieses Kleidchen. Zumindest so lange bis ich bei den Ärmeln angekommen bin und wieder mitdenken muss.

Und was habt Ihr so auf den Nadeln? Im letzten Monat waren Poldi, Sarah, Tüt und Tofu dabei. Was hab ich mich gefreut! Wer Lust hat, kann sich bis Ende des Monats hier verlinken und uns aktuelle Strick-Projekt zeigen. Ich bin gespannt!
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Eine Hülle für mein Kindle

Ich hab jetzt auch ‘nen E-Book-Reader! Ja, das hätte ich vor einem Jahr nicht für möglich gehalten, doch nun hat mich der Kindle der Nichte im Strandkorb auf Amrum überzeugt und ich hab mir endlich selbst einen Kindle Paperwhite geschenkt. Seiten blättern, vorblättern, schmökern, den Text nicht nur lesen, sondern das ganze Buch drumherum irgendwie spüren ist toll, aber digitales Lesen macht auch Spaß und ist verdammt praktisch, zum Beispiel wenn der Prinz mal wieder vor Mitternacht wach wird und eine Kuscheleinheit benötigt…

Kindle-Hülle Leder Wollfilz

Eine Hülle musste her, in meiner Werkstatt habe ich noch jede Menge Wollfilz, Lederreste, viel zu viele Stoffe und alles was das Herz begehrt. Da konnte ich schnell handeln. Den Druckknopf habe ich von innen nochmals unterfüttert, damit er keine Kratzer am Reader hinterlässt. Damit hüpfe ich heute nach langer Zeit mal wieder zum Crea-Dienstag.

Um mitreden zu können lese ich gerade zwei Bücher parallel: Ganz oben Ganz unten und Darm mit Charme.

Und? Habt Ihr den E-Book-Reader als Ergänzung zu “echten” Büchern auch schon für euch entdeckt? Oder geht’s euch eher so wie Caros Mutter, die dem digitalen Lesen (noch) nichts abgewinnen kann? Und was lest Ihr gerade so?

Eine tolle Anleitung für eine Kindle-Hülle hat übrigens Bine vor kurzem gepostet!

Nordsee-Liebe {und eine Idee dazu}

Wir waren im Urlaub! Mich hat der Alltags-Trubel nun leider schon wieder eingeholt, dank eines prall gefüllten Email-Eingangs. Leider hab ich mir irgendendwo im Netz so einen schrecklichen Spam-Wurm eingetreten, der mir täglich etwa einhundert Spam-Mails schickt. Darunter die echten Mails zu entdecken ist in etwa so leicht wie die Algenhalme auf diesem Bild zu zählen *seufz*.

Algen

Aber der Urlaub war herrlich. Man muss ja nicht weit fahren, geschweige denn fliegen. Urlaub in Deutschland ist wundervoll. Wenn das Wetter mitspielt und das hat es in unserem Fall dankenswerter Weise getan.

Amrum2

Auf Amrum haben wir das Auto nur ein einziges Mal benutzt (um zur Fähre zu gelangen). Wir haben die Insel umradelt. Das allerdings nur ein einziges Mal, denn der Prinz hatte da eine andere Vorstellung von einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung – jedenfalls nicht still im Fahrradhänger sitzen, nö. Wir haben stundenlang Muscheln gesucht und unsere Füße ins Meer getaucht. Haben viele Sandburgen gebaut, Rehe gefüttert, Ponys geriten und haben die Zeit einfach Zeit sein lassen.

Amrum3

Euch bzw. euren Kindern habe ich eine tolle und nachhaltige Beschäftigungs-Idee mitgebracht: Sie heisst Muschelkunst! Ich habe einen halben Koffer voller Muscheln mitgebracht, so ist das Fräulein noch ein Weilchen beschäftigt.

Strandbeschäftigung KinderIhr braucht

  • Muscheln
  • stinknormale Filzstifte
  • Fantasie

Toll, oder? Die Idee stammt nicht von mir, sondern von Kleinmädchens Cousine, sie hat uns so manch einen Abend versüßt.

 

Aktuelle Strick-Projekte | {Auf den Nadeln | Juli}

Auf Instagram zeige ich ja ab und an, woran meine Nadeln gerade so klappern. Das mache ich natürlich, um mich selbst unter Druck zu setzen. Klar, oder? Es sind nämlich immer viel zu viele Projekte gleichzeitig. Die dauern dann entsprechend lang.

Rililie

Das Pulli-Kleid in den letzten Zügen aus dem E-Book “Shaken, not stirred!” von Rililie aus Supersoft von Holst. Die ersten Maschen hatte ich in dem tollen Strickdesigner-Workshop angeschlagen und jetzt fehlen nur noch die Ärmel. Ärmel sind ja so eine Sache, die mag ich nicht besonders, denn ich stricke viel lieber auf der Rundnadel als auf dem Nadelspiel!

Schal

Das wird ein Cashmere-Wolle-Seide Schal aus Superior von Filatura di Crosa. Das Muster entwerfe ich beim Stricken, ich bin selbst gespannt wie es wird. Strickt sich gerade etwas langsam, muss aber bis Mitte August, pünktlich zu einem Geburtstag, fertig werden.

Free-styleDas hier ist noch immer der Freestyle “Raglan von oben” (den hatte ich ganz versteckt schon einmal im April hervor blitzen lassen). Also ein von oben und ohne Nähte gestrickter Pullover für den Prinzen. Da hab ich ja noch bis zum Herbst Zeit, der kann auf kühlere Temperaturen warten. Gestrickt aus Zara von Filatura di Crosa.

Und was habt Ihr gerade so auf den Nadeln? Zeigt Ihr’s mir? Den ganzen Juli habt Ihr Zeit, um euch hier zu verlinken, ich bin gespannt!

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Unsere liebsten Kinderbücher #16 | Erste Bilderbücher

Vor ein paar Wochen hat der kleine Prinz Bilderbücher für sich entdeckt. Von ganz allein. Einfach so. Während ich es beim Fräulein gar nicht abwarten konnte und ständig selbst Bilderbücher anschleppte, schnappt er sich nun eines unserer dicken Papp-Exemplare, trägt es mir entgegen und setzt sich rückwärts auf meinen Schoß “Hier, Mama, lies!”. Mein Herz… Ob er nun tatsächlich ne Leseratte wird oder einfach die prompte Zuwendung genießt. Mir egal. Mir gefällt’s.

Es müssen jedenfalls Tiere sein. Diese Eimer-Ball-Zahnbürste-Papp-Dinger interessieren ihn nicht die Bohne (na gut, vielleicht bin ich da auch nicht ganz so euphorisch bei der Sache #gebichjetzteinfachmalzu). Zwei unserer alten Pappbücher im Fundus haben es ihm besonders angetan, ich mag sie auch und kann sie euch wärmstens empfehlen für etwa einjährige Kinder.

Schau mal, viele bunte Tiere hatte ich ursprünglich vor Jahren als Geschenk gekauft und es dann ein zweites Mal für uns besorgt, weil ich die Illustrationen so hübsch fand und mich mich nur so schwer hatte trennen können.

Schau-mal-Tiere-Bilderbuch1

Tiere sind hier wie gesagt total beliebt. In diesem Buch sind sie gruppiert nach “Haus & Hof”, sprich Ziegen, Pferde, Kühe, etc., “Wild & Gefährlich”, also Elefanten, Löwen, Jaguar, Nashorn usw., “Flüsse & Meere”, nämlich Wal, Pinguin, Delfin, etc., “Wald & Wiese”, mit dem Adler, Hirsch, Wildschwein, und mehr. Dann “Kribble & Krabble” mit Spinnen, Maikäfer, Libelle und mehr.

Die Tiere sind entzückend gezeichnet und erleichternderweise stehen für Mama die Bezeichnungen drunter. Bei manchen Tieren ist das durchaus hilfreich *räusper*.

Schau-mal-Tiere-Bilderbuch2

Unser zweites Lieblings-Buch haben wir vor gefühlten hundert Jahren zur U6 vom Fräulein, damals noch in Hamburg, im Buchstart-Päckchen erhalten. Ich finde das Programm zur Leseförderung grundsätzlich klasse. Hier in Berlin, bzw. heute ist es das Lesestart-Päckchen, welches wir gerade für den Prinzen bekommen haben. Da steckte diesmal allerdings enttäuschenderweise nur so ein kleines Kinderwagen-Papp-Buch mit Ente, Ball und Co. drin. *ggäääähn*. Aber wir sind ja ausreichend versorgt mit unserer aus allen Nähten platzenden Bibliothek.

Und nun zum Buch. Das Fräulein bekam also damals Rat mal, wer das ist! und der Prinz liebt es. Es ist der absolute Favorit unter allen Pappbüchern, die wir hier haben. Noch mehr als das erste Buch. Es ist total einfach aufgebaut. Auf jeder Seite ein Tier. Löwe, Schwein, Hund, Hase, Elefant und Hahn. Durch ein kleines Guck-Loch erhascht man aber einen Blick auf den Schwanz des nächsten Tieres und das ist natürlich der Oberhammer und macht neugierig wie nix!

Rat mal wer das ist1

In neunzig Prozent der Fälle schleppt er mir momentan also dieses Buch auf den Schoß. Es ist hübsch illustriert, kurz und einfach, aber macht Spaß. Natürlich unbedingt mit lauter Geräuschuntermalung. Ist ja klar.

Rat mal wer das ist2

Ich sag euch… ich finde es jeden Tag auf’s neue  faszinierend zu erleben wie unterschiedlich sich Kinder entwickeln. Das Fräulein liest ja auch gern, aber im Prinzen-Alter hat sie die Bücher noch hauptsächlich auf deren Geschmacksintensität geprüft.

Handgemacht & Selbständig | Nina von Hedi Näht

Heute gibt es einen Blick hinter die Kulissen einer Blogger-Kollegin, die innerhalb kürzester Zeit und mit der ihr total typischen orkanartigen Energie ihr eigenes Schnittmuster-Label groß gezogen hat. Na klar, Ihr habt’s erraten, es ist Nina alias Hedi Näht! Die Hamburger Zwillings-Mama, die bei allem was sie tut, schreibt und macht einfach so ist wie sie ist. Authentisch, lustig und so richtig voll geladen mit Energie. Die Schnittmuster, die ihrer Nähnadel entspringen, entwirft Nina zunächst aus reinem Eigennutz. Dinge, die sie selbst oder ihre zwei Mädels einfach gern tragen. Den Anfang machte Charly, die Astronauten-Mütze, gefolgt von der eleganten Frau Charly für die Mama. Ruck zuck folgten die Pump-it-up-Hosen und der Rock Hilda in verschiedenen Varianten.

Hedi-naeht-head

 

Nina, wie bist du zum Nähen gekommen und was hast du in deinem vorherigen Leben so gemacht?
Meine Zwillinge waren damals gerade mal 1,5 Jahre alt und ich wollte endlich mal wieder was nur für mich machen. Also meldete ich mich zu einem Wochenend-Nähkurs in einer Kirchengemeinde an! An diesem Wochenende nähte ich mein erstes kleines Kleidchen und war mächtig stolz. Irgendwie entspannte mich das Nähen sehr, so lange hatte ich mich lange nicht auf irgendwas konzentriert. Und dann kam in relativ kurzer Zeit ein so süßes Kleid heraus! Ab da war ich im Nähfieber!

Bevor meine Zwillinge auf die Welt kamen, habe ich nach meinem Studium der Kommunikationswissenschaft viel journalistisch gearbeitet. Lange Jahre bei verschiedenen Radiosendern, Zeitungen, Fernsehen etc. Dann habe ich ein Volontariat in einer Hamburger Agentur gemacht und als  PR-Beraterin gearbeitet.

Du hast ja mal als Näh-Blog gestartet und auch Genähtes in deinem Shop verkauft. Wie kamst du auf die Idee, auf Schnittmuster umzustellen? Ist ja kein einfacher Weg, wenn man das nicht gelernt hat, oder?
Ich habe für meinen Verkauf meiner genähten Sachen fast ein Jahr nähen geübt, so dass ich die Sachen auch professionell verkaufen konnte. Mein Anspruch war schon, dass alles sehr gut aussieht. Dabei habe ich mir alles selbst beigebracht – in kurzer Zeit nähte ich über 100 Sachen und übte weiter! Ich wollte mich einfach mit Hedi weiterentwickeln und fand schnell keine Schnittmuster mehr, die schnell gingen und meinem 100prozentigem Geschmack entsprachen. Für meine Mädels muss ich ja immer alles zweimal nähen, da kann ich mich nicht stundenlang mit einem Kleidchen aufhalten! Bei mir muss immer alles ratz-fatz gehen, aber trotzdem muss es etwas Besonderes haben! So sind meine Schnitte konzipiert!

Hedinäht-zwillinge

Meine Schnitte werden übrigens nach meinem Entwurf von einer studierten Schnitttechnikerin erstellt, mit der ich eng zusammenarbeite! Nur so kann ich meinen Käufern die Schnitte anbieten, die sehr gut sitzen! Ach, alles ist ein einfacher Weg, wenn man es möchte! In so Situationen entwickele ich immer großen Willen und mache meinen Weg. Ich war von Anfang an überzeugt davon, dass mein Label „Hedi“ irgendwann läuft. So bin ich.

Apropos “so bist du”, was hat eigentlich Hedi mit Nina zu tun? Also wie kamst du auf den Namen deines Labels?
Erst kaufte ich mir eine sehr gute Nähmaschine und dann überlegte ich nach einem geeigneten Label-Namen! Es sollte mein drittes Baby werden…Hedi hätte ich meine dritte Tochter genannt. So einfach. Also Hedi!

Hedinäht

Deinen Blog betreibst du weiterhin. Was genau gefällt dir am Bloggen? Hat dein Blog einen anderen Stellenwert gewonnen, seitdem du professionell deine E-Books vertreibst?
Mir gefällt am meisten der Austausch mit meinen Lesern! Ich freue mich immer über jeden Kommentar – auf allen Kanälen! Da geht mein Herz auf und ich bin glücklich, dass meine Sachen gut gefallen. Bei meinem ersten Blogpost und auch das erste Jahr wusste ich noch gar nicht recht was bloggen überhaupt bedeutet. Mit den Jahren habe ich viel dazugelernt, viele nette Leute getroffen. Eine tolle Gemeinschaft insbesondere hier in Hamburg erlebt! Viele meiner neuen Freunde und Bekannten kenne ich aus den Blogger-Treffen. Daraus entstehen wieder neue wunderbare Projekte, wie z.B. auch dieses Interview hier. Mein Blog hat also mittlerweile in meiner Arbeit einen großen Stellenwert gewonnen.

Du bist Mama von Zwillingen und es scheint sie haben jede Menge Freude an deinen Klamotten, sprichst du dich ein wenig mit ihnen ab und gehst auf ihre Wünsche ein? Haben sie z.B. bestimmte Form- oder Farbvorlieben?
Meine Mädels kennen es fast gar nicht irgendwo shoppen zu gehen. Entweder es gibt schöne Sachen vom Flohmarkt oder ich nähe ihnen was. Dabei frage ich sie immer, was sie haben wollen. „Ein Kleid“ ist meist die Antwort. „Mama, du machst das schon, wir lassen uns überraschen“. Also nähe ich meist einen Schnitt in zwei Varianten. Rosa, Pink, Lila kommen natürlich immer am Besten an, ist klar!

Hedinäht-Schiebermütze

Was ist das liebste Kleidungsstück, dass du bisher für dich genäht hast? Und für deine Mädels?
Ach, das kann ich gar nicht so pauschal sagen. Meist gefallen mir die Sachen alle gut! Ich habe sie ja nach meinen Wünschen zusammengestellt! Aber das erste Kleid, das ich genäht habe, gefällt mir aus sentimentalen Gründen am meisten.

Wenn man deinen Blog so liest (und auch hier deine Antworten), hat man das Gefühl du sprühst vor Energie und bist eigentlich immer fröhlich. Gibt es auch Kehrseiten an der Selbständigkeit? Ist das nicht manchmal auch… mmmmhh… einsam, so ohne Kollegen auf’m Gang? Kaffe nur mit dir? Wie motivierst du dich?
Da hast du mich aber gut erkannt, Marisa! Ich hoffe sehr, dass meine Leser das auch so empfinden! Ich brauche mich eigentlich nie zu motivieren – ich setzte mich einfach morgens an den Schreibtisch in meinem Nähzimmer und lege los. Es ist immer so viel zu tun, das geht dann leicht von der Hand. Schlimmer wäre es, wenn ich nichts zu tun hätte. Das ging mir am Anfang so. „Was nähe ich denn jetzt wieder und gefällt das auch anderen“, habe ich mich oft gefragt. Ich bin ja eine One-Woman-Show. Entwerfe Schnitte, kümmere mich um den Support, Vertrieb, meinen Blog und vieles mehr. Mein Arbeitstag ist sehr ausgefüllt! Ich arbeite mittlerweile mit einem kleinen Team zusammen. Meine wundervollen Probenäherinnen, meine Schnitttechnikerin und Grafikern. Wir kommunizieren per Mail und viel in einer geheimen Facebook-Gruppe. Zwar nur virtuell, aber für mehr hätte ich auch gar keine Zeit. Ich hole meine Kinder ja schon wieder nach 5 Stunden Kindergarten ab. Und wenn ich mal Lust habe auf Käffchen trinken, dann treffe ich mich einfach mit einer Freundin – das kann ich mir bei meiner Selbstständigkeit auch mal erlauben. Eine große Freiheit ist die Selbstständigkeit für mich – anders könnten wir unsere kleine Familie nicht wuppen. Wir haben keine Omas oder Opas in der Nähe, einer muss hier sozusagen parat stehen, wenn meine Mädels krank werden oder ähnliches…

Das klingt wirklich als hättest du gefunden, wonach du gesucht hast… gab es eigentlich auch Fehler auf deinem Weg in die Selbständigkeit oder Dinge, die du heute anders machen würdest?
Ich gehe einfach meinen Weg und mache weiter so. Vieles mache ich aus dem Gefühl heraus, so wie ich es mag. Ich blogge auch nicht sehr strategisch, sondern blogge so wie es passt! Nicht immer habe ich Einfälle zu Blogthemen oder neuen Schnitten! Dann lasse ich alles ruhen und warte einfach ab. Eigentlich kann ich mir sicher sein, dass immer eine neue Idee kommt, darauf vertraue ich! Sicherlich hätte ich Hedi am Anfang professioneller aufziehen können mit tollem Blogdesign etc, aber das bin eben ich und im Blog kann man meinen Weg ganz gut erkennen. Damals waren meine Mädels ja auch noch so klein, da konnte ich einfach auch nicht anders. Ich habe mir immer meine größte Mühe gegeben und viel Kraft in meine Arbeit gesteckt! Jetzt wo sie schon fünf Jahre alt sind, geht das eben auch wieder anders. Ich würde also nichts anders machen!

Wohin wünscht du dich in fünf Jahren, was ist deine Vision für Hedinäht?
Ich wünsche mir einfach, dass die Nähszene noch weiter wächst und meine Schnitte weiterhin gut ankommen. Ich liebe es, wenn ich irgendwo meine Schnitte sehe. Jede Umsetzung ist anders und sehr individuell. Wo dann genau Hedi steht, kann ich nicht sagen – vielleicht fällt mir wieder was anderes sein, mal sehen! Weiter geht´s!

Danke, Nina, für deine offenen Antworten und den Blich hinter “Hedi näht”! Ich drück dir weiterhin die Daumen und freue mich auf Facebook und auf deinem Blog mehr zu lesen!

Des Prinzen erster Geburtstag

Blink, zwinker, huch – der Prinz ist eins. Es ist ja kaum zu glauben wie schnell das letzte Jahr verging. Da krabbelte das kleine Fräulein doch gerade erst in seiner ersten Lebensnacht zu mir ins Bett und zählte die frisch geschlüpften Fingerchen ihres kleinen Bruders. Ist das wirklich schon so lange her?

GeburtstagskroneInzwischen läuft er munter durch die Gegend, der kleine Prinz. Ist wie wahnsinnig verrückt nach Tieren, allen voran nach Pferden und Zebras. Sein erster Tierlaut klingt irgendwie nach “Kikeriki”, versteht natürlich nur Mama. Er klettert waghalsig alle erdenklichen Gegenstände hinauf und lacht sich dabei schlapp. Ich hab dabei weniger zu lachen, könnt ihr euch ja denken. Es gab da schon Beulen, die mich um Jahre altern ließen.

Wie das so ist, kurz vor Kindergeburtstagen kribbelt es in den Fingern, egal wie eingestaubt die Nähmaschine ist. Ich musste einfach zwei Tage zuvor noch “schnell” ein paar Give-away-Säckchen nähen. “Give-häh??” fragt sich die Kindergeburtstagsunerfahrene Leserin (oder auch unsere bei jedem Kindergeburtstag auf’s neue schmunzelnde Erzieherin). Tja, heutzutage gibt es nicht nur für das Geburtstagskind selbst, sondern selbstredend auch für dessen Gäste kleine Geschenke. Einen Gummibären, ein Tütchen Knisterbad oder ähnliches. Klar, oder? Tütchen mussten her.

Kindergeburtstag-nähideen

Fragt mich nicht warum, irgendwie hatte ich einfach Lust, für jedes der Kinder ein eigenes Säckchen mit einem Bild darauf zu nähen. Diese kleinen Säckchen schwirrten mir schon seit Fräuleins Geburtstag im Kopf umher. Wir haben morgen sechs kleine Geburtstagsgäste. Noch lädt der Prinz ja nicht selbst ein. Eine Kita besucht er noch nicht, doch unsere Freundeskinder sehen wir beinahe wöchentlich, da sollte es ein ordentlicher Kindergeburtstag werden.

Kindergeburtstag-give-away

Jedes Säckchen also personalisiert mit einem Foto. Naja und da ich ja dann schon dabei war, musste auch noch eine Krone her. Ja und wenn der Prinz dann eine hat, braucht das Fräulein auch eine. Schließlich ist es ihr erster Große-Schwester-Jahrestag (unsere Erzieherin lächelt beim Lesen dieser Zeilen – eine Geschwisterkrone… eh klar). Die Kronen wurden aber aufgrund Zeitmangel sehr schlicht, denn es war mittlerweile Mitternacht. Ich habe dann beschlossen, die nun einfach jährlich aufzuhübschen, so dass sie irgendwann kunterbunt bestickt, benäht, behängt sind. So viel zu guten Vorsätzen. Wir sprechen uns im Dezember. Die Rohfassung gab es also heute und sie kam insbesondere beim Fräulein so richtig gut an!

Vor einigen Jahren habe ich übrigens für Jessicas Kinder mal einen Geburtstagshut und eine Geburtstagskrone genäht. Die waren damals etwas detailreicher – da hatte ich noch Zeit. Für den Hut hatte ich hier sogar eine Anleitung geschrieben.

Damit die Kronen ein Weilchen passen, habe ich diesmal hinten ein Klettband angenäht. Schließt super und wächst mit!

Geburtstagskrone nähen

Als ich nun meiner liebsten Freundin A. von meinem Kindergeburtstagsvorabendnäherlebnissen berichtete meinte sie trocken ich sei die Art Mutter, die andere Mütter hassen. Urgs. Hallo? Selbstgenähte Give-away-Säckchen. Pah! Wie guhuut, dass der Prinz noch keine Kita-Freunde hat, deren Mütter mich nun derart abstempeln würden. Ich kann euch aber ausserdem versichern: es gibt morgen nur ne Backmischung für die Kinder und gekaufte Torte für die Eltern. Ach und ein Prinzen-Foto-Album gibt’s übrigens auch nach einem Jahr noch nicht.

Und überhaupt.

Mit 11 Monaten…

… laufe ich wie ein Flitzebogen hin und her und vor und zurück durch die ganze Wohnung.
… versuche ich manchmal auch zu rennen, dann plumpse ich vorwärts um. Macht nix.
… kletter ich ü-b-e-r-a-l-l hoch, das treibt Mama in den Wahnsinn.
… finde ich eigentlich könnte ich die Treppe jetzt auch laufen. Krabbeln war ja schließlich gestern. Keine Ahnung warum Mama dann so auf schreit und Papa schimpft.
… mache ich “uh-uh-uh-uh” wie ein Orang Utan, wenn ich Tiere, insbesondre Hunde entdecke.

Mit 11 Monaten
… bade ich liebend gern und möglichst stundenlang.
… bin ich wirklich, ja, wirklich (!) immer gut gelaunt.
… schleppe ich haufenweise Bücher durch die Gegend und will mir alle ansehen.
… werde ich abends kurz vor dem Zubettgehen immer noch mal so richtig munter.
… “male” ich gern mit Buntstiften, bevor ich sie dann versuche aufzuessen.
… wandere ich gern unbeobachtet in der Wohnung umher,
… nur ins Badezimmer darf ich nicht (Klobürsten und Mülleimer-Alarm)
… kann ich mich ganz schön wehren und beiße mit meinen vier Zähnchen kräftig zu, wenn M. mich ärgert.
… mache ich noch zwei kurze Schläfchen am Tag.
… dafür schlafe ich nachts relativ lang.
… trage ich Schuhgröße 18 und Kleidergröße 80/86
… bin ich aber insgesamt eher zart.
… sagen alle, dass ich dem Papa wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sehe.
… kommt gerade der fünfte Zahn durch.

 

Strickdesigner-Workshop mit Rililie

Kennt Ihr das, wenn man von einem Workshop so beflügelt nach Hause kommt, dass man am liebsten auf der Stelle alle drölfzig neuen Techniken ausprobieren möchte, die man gerade gelernt hat? Wenn man mit einem Sack voller “aha”-Erlebnisse nach Hause radelt und im Kopf mindestens fünf neue Projekte plant? Und wenn man während des Workshops ständig voller Begeisterung denkt “aaaah, soooo geht das! Klar!!”

Rililie_workshop

So ein Workshop war das an den vergangenen zwei Samstagen. Gabi vom Berliner Wollgeschäft Bouclé in der Nassauischen Straße hatte die wundervolle Designerin Rililie als Workshop-Leiterin gewonnen. Ich hatte das auf deren Blog gelesen und meine Samstage umorganisiert, denn ich wollte sie nicht verpassen. Über ihre schönen Designs bin ich auf Ravelry schon vor einiger Zeit aufmerksam geworden, die treue Leserin unter euch weiß vielleicht sogar, dass ich den Blue Sand Cardigan schon beinahe fertig gestrickt habe (ist allerdings eher ein dicker Winter Cardigan in meinem Fall und das Finishing daher gerade nicht erste Priorität).

Ein Ziel war es zunächst einmal, gemeinsam das Kleid oder den Pullover aus dem E-Book “Shaken, not stirred!” anzuschlagen, das mögen manche von Euch via Instagram verfolgt haben. Das E-Book enthält so viele Raffinessen, dass einem trotz Nadelstärke 3 nicht langweilig werden kann. Das ist übrigens offenbar bei all ihren E-Books der Fall. Öffnet man die Anleitung, mag man vielleicht im ersten Augenblick rückwärts umkippen und sich sorgen, das wäre zu kompliziert. Aber die Anleitungen sind einfach so detailliert und so voller feiner kleiner spezieller Komponenten, dass sie unheimlich viel Spaß machen und dadurch trotz großem Umfang schnell von der Hand gehen.

Rililies Designs werden von oben und ohne Nähte gestrickt. Genau mein Ding, ich mag keine Nähte und wenn man Pullover oder Kleider oder auch Strickjacken von oben beginnt, hat man den großen Vorteil, das Teil zwischendurch schon einmal anprobieren zu können. Angefangen wird bei Shaken, not Stirred oben bei den zwei Schulterpartien (ich habe mich für die gemusterten Ärmel entschieden), die dann anschließend miteinander verbunden werden, indem Brust- und Rückenteil dran gestrickt werden. Die Ärmel werden so lange still gelegt, da liegen sie bei mir auch noch. Ab Brusthöhe werden Abnäher gestrickt. Um dem Kleidungsstück den perfekten Sitz zu verpassen, werden also nicht nur links und recht Maschen abgenommen, sondern auch unter dem Brustbereich und hinten unterhalb der Schulterblätter. So entsteht ein vorteilhaftes dreidimensionales Teil. Soll ja kein Sack werden, nech.

La Maison Rililie

Ihr merkt, es war eben auch ein echter Workshop mit unglaublich vielen Inhalten, das hatte ich gar nicht erwartet. Wir haben viel über Ausschnitt-Typen gelernt, über die Darts-Brust Abnäher, also die vertikalen Abnahmen, die ich oben beschrieben habe, die dem Pullover oder Kleid einen perfekteren Sitz verpassen. Über nahtlos eingesetzte Ärmel, von oben gestrickt (gerade an dieser Stelle hatte ich mehrere dieser Aha-Erlebnisse). Und über das Maßnehmen an sich. Ich hab jetzt also keine Angst mehr davor, Anleitungen egal in welchem Bereich (Schulter, Ärmel, Hüfte, was auch immer) meinen individuellen Körpermaßen anzupassen. Alles reine Mathematik und total machbar.

Ich sag euch. Ich hänge nun ja seit einigen Monaten durchgängig an der Stricknadel und dieser Workshop hat mir eine nochmal neue Welt zum Stricken eröffnet. Ich glaub jetzt ist’s so richtig um mich geschehen.

Gestrickt wird dieses Design übrigens mit dem dänischen Holst-Garn, in meinem Fall Supersoft einer 100% Schurwolle, hab ich vorher noch nie mit gearbeitet. Ich bin sehr angetan von der unglaublichen Farbauswahl und am liebsten würde ich mir jetzt gleich alle Farbkarten bestellen, aus Vernunftgründen lasse ich das vorerst bleiben. Ich bin gespannt wie es sich dann trägt, mein Pulli-Kleid – ich bin noch etwas unentschieden was die Länge betrifft, lasst euch überraschen!!

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